Erregungsmanagement und Deeskalation in akuten Konfliktsituationen

Erregung hat destruktive Auswirkungen auf Wahrnehmung, Denken und Verhalten. In Konfliktsituationen, erregten Diskussionen ist man im Vorteil, wenn man in der Lage ist, eigene Erregung zu erkennen und zu steuern.

Das ist auch Voraussetzung für eine erfolgreiche Deeskalation.

Destruktive, toxische Auswirkungen von Erregung und hohen emotionalen Engagement erfordern Erregungsmanagement!

Toxisch, destruktive Auswirkungen von Erregung:

  • Selektive, verzerrte Wahrnehmung
  • Schuldzuweisung
  • Empathieverlust, Unfähigkeit, sich in Andere einzufühlen
  • Einschränkung der Denkfunktionen, massive Denkfehler (toxisch-archaisch)
  • Reflexartige Denk- und Verhaltensmuster (toxisch-archaisch)
  • Hemmungsabbau
  • Aggressivität
  • Heftigkeit der Reaktionen
  • Emotionale Ansteckung zwischen den Konfliktpartnern – Eskalationsgefahr!
  • Erhöhte Anfälligkeit für gruppendynamische Prozesse
  • Erhöhte Anfälligkeit für Manipulation
  • Eskalation
  • etc.

In professionellen Kontexten, z.B. in pädagogischen und helfenden Einrichtungen sind erregte Auseinandersetzungen deshalb in der Regel ein absolutes No-Go!
Im privaten Bereich, z.B. bei Ehekrächen können sie auf die Dauer zu erheblichen Beziehungsstörungen führen.

Die Qualität der inhaltlichen Argumentation verringert sich mit steigernder Erregung.
Beim erregten Gesprächspartner wiederum werden auch gute Argumente nicht zur Kenntnis genommen, abgewertet oder falsch verstanden.
In der Regel führt das zu Eskalationen, der in einem Bellmarathon endet.
Letztlich haben sich hier toxische archaische Verhaltensmuster, die wir mit Hunden und anderen Säugetieren gemeinsam haben, durchgesetzt.


Zu den Begriffen toxisch und archaisch

s. Seite: Lösungen – Souverän handeln.

 

Erregungsmanagement und Deeskalation: Strategien und Techniken

Übersicht (Näheres s. Downloads!):

– Arbeite grundsätzlich an einer souveränen, besonnenen Grundhaltung. Cool bleiben!

S. Seite und Download Selbstkontrolle und Souveränität.
Auch Laien zu empfehlen: Seite und Download zum Thema Im Stress handeln wie Profis.
 

– Sensibilisiere dich für Hinweise auf steigende Erregungsbeteiligung. 

Achte z.B. bewusst auf  körperliche Symptome bei dir selbst (s. Download).

 

– Visualisiere die Höhe der aktuellen Erregung.  

Nutze dazu die Erregungsniveaukurve im Kasten rechts (Mobil unten). Mache dir die Auswirkung bewusst.

 

– Gehe in den Ethologenmodus.

Beobachte in diesem Sinne die Szenerie, wie ein Wissenschaftler der das Verhalten von Primaten oder anderen Säugetieren beobachtet (s.a. Download).

 

– Setze Techniken zum Erregungsmanagement ein.

– Combat oder Tactical breathing

– Zeitgewinn zum Überlegen

– Programmunterbrechung

– Profiregeln beachten

– Pragmatische Umdeutung

– Die AHA-Technik

– Ankertechnik  (nach GRINDER&BANDLER)

– Motorisch orientierte Techniken, z.B. Gehmeditation

Näheres s. Download:

Erregungsmanagement in akuten Konfliktsituationen

 

Der Zorn behindert den Geist und macht es uns unmöglich, die Wahrheit zu erkennen!
Der Zorn behindert den Geist und macht es unmöglich. die Wahrheit zu erkennen!
Die Höhe der akuten Erregung und ihre Auswirkung
Erregungsniveaukurve
Geduld

Alles hier Gesagte kann man nicht erzwingen, sondern es setzt geduldiges Üben voraus. Misserfolge sind normal und bieten uns eine Chance, uns zu verbessern!

Fragen, Anregungen, Kritiken?
EMail an Autor: adutschmann@t-online.de