Ursachen von Konflikten erkennen und managen

Wahrnehmungsverzerrungen, Denkfehler, destruktive Kommunikation etc. können zu konflikthaften Dynamiken führen. Kenntnisse der Ursachen bzw. Zusammenhänge sind hilfreich, wenn man bemüht ist, selbstkritisch und konstruktiv mit schwierigen Situationen umzugehen. Sie helfen aber auch, sich gegen destruktive Attacken zu wehren, Manipulatoren und Populisten zu durchschauen. Diese tragen zu einem erheblichen Anteil zu persönlichen und gesellschaftlichen Konflikten bei.

 

Ursachen erkennen heißt auch Selbsterkenntnis und Selbstkontrolle

Interessant ist, dass den meisten gebildeten Menschen die Problematiken von Wahrnehmungsverzerrungen, Denkfehlern etc. bekannt sind. Manche wenden ihre Erkenntnisse allerdings nicht auf sich selbst an.

Das gilt auch für viele Menschen, die sich für besonders einsichtig und fortschrittlich halten.

Auch ihr konkretes Handeln und Denken sind häufiger von archaischen Programmen bestimmt als sie es wahr haben möchten. 


Die nächsten Seiten gehen mit verschiedenen Schwerpunkten und Blickwinkeln auf dieses Thema ein.
Es wird gezeigt, dass unser Wahrnehmen, Denken,  Handeln und insbesondere unsere Emotionen weitgehend von biologischen Faktoren geprägt sind. Das ist weder „gut“ noch „schlecht“, sollte aber bei Auseinandersetzungen kritisch –insbesondere selbstkritisch– in die Waagschale geworfen werden.

 

Faustregel:
Je engagierter und emotionaler man einen Standpunkt vertritt, z.B. im Kontext einer Ideologie, umso größer ist die Gefahr, dass man die Realitäten verzerrt wahrnimmt, sich in Denkkäfige begibt, anfällig gegenüber Manipulation und Populismus ist und dadurch möglicherweise Schaden anrichtet.
Das ist eine schon in der Antike bekannte und immer noch geltende Weisheit, die aber unter dem Einfluss archaischer Impulse oft ignoriert wird.

Kritiklos werden aber oft gerne alte, als „gut“, „fortschrittlich“ etc. empfundene Ideen und Methoden aus vergangenen Zeiten übernommen und mit Vehemenz vertreten, obwohl sie sich in der Praxis als problematisch bis extrem schädlich herausgestellt haben.

 

Es ist aber ein schwerwiegender Denkfehler anzunehmen, dass alles, was sich in der Vergangenheit bewährt hat, „altmodisch“, „von gestern“ ist und deshalb abzuwerten ist. Etwas, was aus alten Zeiten stammt, kann immer noch aktuell und nützlich sein, „moderne“ oder „fortschrittliche“ hingegen schädlich. 

S. dazu auch Seiten und Downloads:

Selbsterkenntnis: Alte Weisheiten  

猴子不知屁股红

Der Affe (eine Affenart in China) weiß nicht, dass er einen roten Hintern hat.

– Chinesisches Sprichwort.

 

Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht wahrnimmst?

(Aus der Bibel, Matthäus 7 Vers 3)

 

Mangelnde Selbstkritik

Manipulation und Populismus durchschauen

Manipulatoren sind sind oft selbst Opfer der eben geschilderten Dynamiken. Häufig setzen sie diese aber auch gezielt ein, um gutgläubig, unkritische Menschen in ihrem Sinne zu beeinflussen. Kennt man die Tricks von Manipulatoren, kann man diese leichter in ihre Grenzen verweisen.

 

Auch im Umgang mit Populismus wird man nachdenklicher und skeptischer.
Das fängt schon bei der Frage an, was Populismus ist. Hier gibt es unterschiedliche Auffassung. 

Wir beziehen uns hier auf einen toxischen polarisierenden Populismus:


Wer so denkt wie ich, ist demokratisch und gut. Wer anders denkt, ist ein Populist und böse!


Dieses destruktiv-archaische Muster ist leider weit verbreitet und wird von vielen nicht in Frage gestellt. Je nach Standpunkt sind Populisten immer die Anderen. Das kann der tatsächlichen Überzeugung entsprechen. Der Vorwurf des Populismus wird aber auch gerne manipulatorisch -populistisch gebraucht (=Typ-A-Verhalten, s. Seite Aggressionen bewältigen.)

Ein paar passende Zitate zur Selbsterkenntnis und Selbstkritik

(Quelle:https://www.fh-muenster.de/ciw/downloads/personal/juestel/juestel/Zitate.pdf)

  • Akademische Bildung verringert nicht die Neigung zu Vernunftwidrigkeiten, sondern potenziert sie. (Marcus Aurelius, röm. Kaiser, 121-180)
  • Alle großen Männer sind bescheiden. (Gotthold Ephraim Lessing, dt. Dichter, Kritiker und Philosoph der Aufklärung, 1729-1781, am 02.11.1759)
  • Alle Mängel im menschlichen Leben sind keine Veranlassung zu weinerlicher Klage, sondern eine Aufgabe. (Paul Anton de Lagarde, dt. Theologe, Kulturphilosoph und Orientalist, 1827-1891)
  • Alles Gescheite ist schon gedacht worden. (Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter und Naturforscher, 1749-1832)
  • Alles hat sich geändert, nur das menschliche Denken nicht. (Albert Einstein, dt. Physiker, 1879-1955)
  • Älter werden ist wie einen Berg besteigen: Je höher man kommt, umso mühsamer wird der Weg, aber umso weiter wird der Blick. (Ingmar Bergmann, schwed. Drehbuchautor und Regisseur, 1918-2007)
  • Argumente nützen gegen Vorurteile ebenso wenig wie Schokolade gegen Verstopfung. (Max Pallenberg, österr. Sänger und Schauspieler, 1877-1934)
  • Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter und Naturforscher, 1749-1832)
  • Auch noch so viele Experimente können nicht beweisen, dass ich recht habe; ein einziges Experiment hingegen kann mich widerlegen. (Albert Einstein, dt. Physiker, 1879-1955)
  • Beschaffe dir zuerst einmal die Fakten, dann kannst du sie nach Gusto verzerren. (Mark Twain, US-amerik. Schriftsteller, 1835-1910)
  • Das Geheimnis des Erfolges ist, den Standpunkt des anderen zu verstehen. (Henry Ford, US-amerik. Erfinder und Unternehmer, 1863-1947)
  • Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab. (Marcus Aurelius, röm. Kaiser, 121-180)
  • Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. (aus Afrika)
  • Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel. (Bertrand Russel, britischer Philosoph, 1872-1970)
  • Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück. (aus Indien)
  • Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur. (Kurt Tucholsky, dt. Journalist und Schriftsteller, 1890-1935)
  • Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null, und das nennen Sie dann ihren Standpunkt. (Albert Einstein, dt. Physiker, 1879-1955)
  • Der Mensch stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel. (Konfuzius, chin. Philosoph, 551-479 v. Chr.)
  • Der Realist ist ein Mann, der den richtigen Abstand zu seinen Idealen hat. (Truman Capote, 1924-1984)

Fragen, Anregungen, Kritiken?
EMail an Autor: adutschmann@t-online.de

Geplant sind folgende Seiten und Downloads zum Thema Ursachen erkennen und managen:

Wahrnehmungsverzerrungen (Download in Vorbereitung)

        • Denkfehler
        • Schwierige Menschen
        • Gruppendynamische Prozesse

Schauen Sie doch wieder hinein!